Wind über Wald

Wind über Wald

Windenergie über Wald

Windenergie über Wald

Mit der Entwicklung moderner Windenergieanlagen kommt der Windenergie über Wald eine immer wichtigere Rolle in der Energiewende zu. Waren Wälder lange Zeit unattraktiv für die Windenergienutzung, lassen sich infolge von Innovationsschüben auch diese Standorte optimal nutzen. Über 100 Meter hohe Türme und große Rotoren überragen die Turbulenzzonen der Wälder und erzielen auch an windschwächeren Standorten eine überaus wirtschaftliche Energieausbeute.

Energiequelle Wirtschaftswald

In Deutschland sind rund 30 Prozent der Fläche, etwa elf Millionen Hektar, bewaldet. Etwa 95 Prozent dieser Fläche wird laut Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, von Wirtschaftswald eingenommen. Bewirtschaftete Wälder – insbesondere monotone, intensiv genutzte Nadelbaumbestände und Laubmischbestände – bieten bei sorgfältiger Planung ideale Standorte für Windenergieanlagen.

Typischer Waldweg - CC_BY-SA_flickr_Roberto_Verzo

Typischer Weg durch einen deutschen Nutzwald. Foto: CC_BY-SA_flickr_Roberto_Verzo

Ihre Vorteile sind in ihrer dezentralen Lage und Entfernung zu Siedlungen sowie in der Nutzbarkeit des bestehenden Forstwegenetzes begründet. Die Vorgaben des Immissionsschutzes in Bezug auf Schattenwurf- und Schallgrenzwerte werden eingehalten, zudem schatten Bäume die Windenergieanlagen in der näheren Umgebung optisch ab. Auch bleibt die Rodungsfläche mit rund 0,6 Hektar pro Anlage gering, der Forstbetrieb wird nicht behindert. Flächen mit besonderer Erholungsfunktion scheiden ebenso aus wie Naturschutzgebiete oder Nationalparks.

Platz gibt es genug

Das Fraunhofer Institut für Windenergie und Systemtechnik (IWES) ermittelte 2011 in einer vom Bundesverband Windenergie beauftragten Potenzialstudie, dass sich 13,6 Prozent der deutschen Waldfläche außerhalb von Schutzgebieten befindet und damit für die Aufstellung von Windenergieanlagen grundsätzlich geeignet ist. Laut Planung nimmt der Windpark Buhlenberg lediglich 0,7 Prozent der etwa 670 Hektar großen Waldfläche zwischen Möttau und Dietenhausen in Anspruch.

Ganzheitliche Standortkonzepte

Voraussetzung für den wirtschaftlichen und sicheren Betrieb einer Windenergieanlage im Wald ist eine detaillierte Prüfung und zuverlässige Standortbewertung. Immissions-, Natur- und Landschaftsschutzbestimmungen müssen eingehalten werden, die zuverlässige Errichtung muss gewährleistet sein. Um größtmögliche Erträge bei geringstmöglicher Rodung und Investition zu gewährleisten, bedarf es umfassender, belastbarer Daten. Analysiert werden unter anderem die variierende Wald-, Kronen- und Laubdichte, unterschiedliche Baumhöhen, Windschichtungen, Turbulenzzonen und thermische Eigenschaften, saisonale Einflüsse, Schäden durch Sturm und Schädlingsbefall oder Rodungen.

Flächensparende Platzierung

Eine detaillierte Planung und transparente Kommunikation mit allen Beteiligten sind Voraussetzungen für einen geringstmöglichen Flächenbedarf. Reduzieren lassen sich Rodungen durch die Nutzung von bereits vorgeschädigten Waldbereichen wie z. B. Windwurfflächen. Um die Eingriffe in ökologisch hochwertigen Bereichen zu vermeiden, werden vornehmlich weniger sensible Flächen wie beispielsweise Fichtenmonokulturen überplant. Zudem werden vorzugsweise bestehende Wege, Schneisen und Waldwiesen genutzt. Darüber hinaus kommen neue technische Errungenschaften der flächensparenden Montage von Turm und Rotorblättern zugute.


Hinterlasse eine Antwort