Wind und Wirtschaftlichkeit

Der Wind muss wehen

Windmessung

Neben rechtlichen und planerischen Rahmenbedingungen muss natürlich auch die Wirtschaftlichkeit des Projektes gewährleistet sein. Niemand investiert viel Geld in einen Windpark, wenn er nicht davon ausgeht, eine Rendite zu erwirtschaften. Die wesentliche Voraussetzung dafür ist die sogenannte Windhöffigkeit eines Gebietes. Mit diesem der Bergmannssprache entlehnten Begriff ist auf gut Deutsch gemeint, dass der Wind ordentlich bläst und viel Strom erzeugt werden kann, über dessen Verkauf sich der Windpark refinanziert.

Für die optimale Planung eines Windparks sind genaue Daten über die Windsituation am Projektstandort notwendig. Bei übersichtlichen Standorten in der Norddeutschen Tiefebene kann es ausreichen, Daten von Nachbarparks zu nutzen. Bei komplexeren Standorten, zum Beispiel im Mittelgebirge, wo es zudem oft keine „Vergleichsparks“ in unmittelbarer Nähe gibt, können eigene Windmessungen erforderlich sein.

Windmessung vor Ort auf Nabenhöhe

In der Region Weilmünster gibt es nur wenige Windenergieanlagen, die Referenzerträge liefern könnten, und auch die großräumigen Windpotenzialkarten des Landes Hessens geben keine genaue Auskunft über die tatsächlichen Windverhältnisse vor Ort. Zudem kommt es über Wald zu Luftturbulenzen, die die Windenergieertragsprognosen verfälschen könnten.

Um genauere Informationen zu den Windverhältnissen zu erhalten, haben wir im Oktober 2013 den TÜV SÜD beauftragt, einen Messmast mit 140 Meter Höhe und somit etwa Nabenhöhe der Windenergieanlagen zu errichten. Die Messung auf Nabenhöhe der geplanten Anlagen ist wichtig, da die Windqualität von Höhe zu Höhe variiert. Der Messmast hat 13 Monate lang die Windgeschwindigkeit aufgezeichnet und wurde anschließend wieder abgebaut.

Ertragsgutachten auf breiter Datengrundlage

Die von den Messgeräten aufgezeichneten und übermittelten Daten werden mit weiteren Windmessungen in der Region und langjährigen Fernerkundungsdaten verglichen. So ergeben sie ein genaues Bild von der Windhöffigkeit des Standorts und den Ertragsaussichten der geplanten Anlagen.

Nach Berücksichtigung der technischen Verluste, Abschaltungen zum Fledermausschutz und Prognoseunsicherheiten ergibt sich nach den vorliegenden Gutachten ein Nettoenergieertrag in Höhe von 33,6 Mio. Kilowattstunden pro Jahr.

Sauberer Strom aus Windenergie ist aktiver Klimaschutz

Damit wird der Windpark Weilmünster/Buhlenberg jährlich mehr als 10.800 deutsche Durchschnittshaushalte* mit sauberem Windstrom versorgen können. Jedes Jahr werden damit 26.000 Tonnen CO2 eingespart. Das  entspricht dem Ausstoß von fast 9.800 privat genutzten PKW**.

* Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW): 2012 verbrauchte ein durchschnittlicher deutscher Haushalt 3.091 kWh Strom.
** Quelle: CO2-Einsparung bei der Mobilität (PDF): Ein privat genutzter Pkw legt in Deutschland durchschnittlich 15.000 km pro Jahr zurück und erzeugt dabei 2.655 kg CO2.

 

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